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Altglas: Trennen nach Farben ist wichtig

Farbgetrenntes Glas gehört zu den wenigen Wertstoffen, die sich ohne Qualitätsverluste, beliebig oft und zu 100 Prozent recyceln lassen. Fast 3‘500 Tonnen Altglas wurden 2015 in der Stadt Luzern eingesammelt.

Verpackungsgläser (Flaschen und Schraubgläser) können in allen 11 Ökihöfen des Gemeindeverbandes REAL (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern) kostenlos abgegeben werden. Zudem sind auf dem Stadtgebiet 28 Glassammelstellen mit farbgetrennten Entsorgungsbehältern vorhanden. Sie werden mithilfe von Grossmuldenfahrzeugen mit Krananlagen und getrennten Abteilen für Grün-, Weiss- und Braunglas geleert. Obwohl alle drei Glasfarben nacheinander im selben Lastwagen entsorgt werden können, geraten sie beim Transport nicht durcheinander.

Warum nach Farben trennen?
Eine farbgetrennte Sammlung ist aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen sinnvoll. Braune und weisse Glasverpackungen können nur aus Glas der jeweiligen Farbe hergestellt werden: Aus braunen Scherben kann nur braunes, aus weissen Scherben nur weisses Glas entstehen. Nur für einige Farbtöne von grünem Neuglas lassen sich – nebst grünen – auch farbgemischte Scherben verwenden.
Grünglas ist auf dem Markt im Überfluss vorhanden. Deswegen wird für grüne Scherben wesentlich weniger bezahlt als für weisse oder braune. Den geringsten Preis erzielen – bedingt durch ihre eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten – die farbgemischten Scherben, von denen ein grosser Teil zu Baustoffen wie Schaumglasschotter oder Dämmbeton verarbeitet wird.
Die Farbtrennung ist auch ein ökologischer Beitrag, weil dadurch neues Glas zum grossen Teil aus Altglasscherben hergestellt werden kann. Das Einschmelzen von Glasscherben benötigt bis zu 25 Prozent weniger Energie als das der Primärrohstoffe (Quarzsand, Kalk und Soda). Das bei uns gesammelte, farbgetrennte Altglas wird zum grössten Teil zur Produktion von neuen Glasbehältern eingeschmolzen.

Glas brennt nicht!
Sporadisch taucht das Gerücht auf, dass ein wenig Glas in der Kehrichtverbrennungsanlage nicht schade, sondern sogar förderlich für die Verbrennung sei. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall: Glas hat einen Schmelzpunkt von 1580 Grad Celsius. Die Betriebstemperatur eines Kehrichtofens beträgt 900 bis maximal 1100 Grad Celsius und ist damit nicht annähernd so hoch wie der Schmelzpunkt des Altglases. Eine Glasflasche im Kehrichtofen zerspringt durch die Hitze vielleicht in Scherben, die Glasmenge verringert sich dabei freilich kein bisschen. Das Glas gelangt danach mit der Kehrichtschlacke auf die Schlackendeponie und beansprucht dort unnötigerweise das teure und ohnehin begrenzte Deponievolumen. Altglas im Kehrichtsack verursacht nicht nur hohe Kosten, sondern es wird auch für immer dem Recyclingkreislauf entzogen. Diese Verschwendung von Geld und Rohstoffen lässt sich ganz einfach mit einer fachgerechten und kostenlosen Glasentsorgung bei der nächsten Sammelstelle vermeiden. Dann kann aus einem Kilogramm Altglas beliebig oft wieder ein Kilogramm Neuglas hergestellt werden, und nichts geht dabei verloren.

Für stadtspezifische Fragen stehen Ihnen der Abfuhrplan oder das Abfalltelefon Stadt Luzern 041 208 78 70 zur Verfügung.

Allgemeine Abfallfragen beantwortet der Gemeindeverband REAL, Abfalltelefon (Gratisnummer): 0800 22 32 55 (0800 ABFALL), E-Mail: abfall@real-luzern.ch und unter www.real-luzern.ch. Hier erhalten Sie auch Informationen zu den Ökihöfen.

Stadt Luzern
Strasseninspektorat
Industriestrasse 6
6005 Luzern
Telefon: 041 208 78 81
Telefax: 041 208 78 89
E-Mail: othmar.fries@stadtluzern.ch
Internet: www.abfall.stadtluzern.ch


Altglas richtig entsorgen
  • Nur Verpackungsgläser (z. B. Wein-, Getränke-, Öl- und Essigflaschen oder Konfitüren-, Joghurt- und Gurkengläser) eignen sich zur Wiederverwertung.
  • Verpackungsgläser nach Gebrauch kurz ausspülen (Rückstände führen zu Insekteninvasionen bei den Sammelbehältern). Honiggläser besonders gut auswaschen, da sich Bienen durch Sporen in den Honigresten mit der Bienenseuche „Faulbrut“ infizieren können.
  • Unklare oder andere Glasfarben (z. B. rotes oder blaues Glas) gehören immer ins Grünglas.
  • Korkzapfen, Deckel und Verschlüsse vor dem Einwurf entfernen. Papieretiketten sind unproblematisch; sie verbrennen beim Einschmelzen rückstandsfrei.
  • Fenster-, Spiegel-, Sicherheits- oder Trink- und Kristallgläser, Glasteller, Vasen oder Parfumflaschen gehören nicht in die Glascontainer, da es keine Verpackungsgläser sind und sie andere chemische Zusammensetzungen aufweisen (Entsorgung als Bauschutt in Ökihöfen).
  • Gegenstände aus Porzellan, Keramik, Ton und Steingut dürfen auf keinen Fall in die Glascontainer gelangen; durch ihren höheren Schmelzpunkt verursachen sie Einschlüsse im Neuglas (Entsorgung als Bauschutt in Ökihöfen).
  • Fremdstoffe gehören nicht in die Sammelcontainer! Sie beeinträchtigen und verteuern das Recycling unnötigerweise.


Datum der Neuigkeit 18. Mai 2016
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